Von gedruckten zu digitalen Inhalten

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Clickable Paper ist eine Lösung des japanischen Unternehmens Ricoh, einem der Marktführer der Druckbranche. Damit will das Unternehmen die klassischen gedruckten Inhalte mit der digitalen Welt verknüpfen.

Erst vor wenigen Wochen kündigte Ricoh wichtige Updates und eine neue Version seiner Augmented-Reality-Technologie an, die bereits 2014 auf den Markt eingeführt wurde. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen heute etwas mehr über Clickable Paper erzählen und Ihnen etwas Inspiration bieten, wie Sie diese und andere Lösungen aus der erweiterten Realität für Ihre Verlags- und Druckprojekte nutzen können!

Was ist Clickable Paper?

Clickable Paper erinnert als Augmented-Reality-Lösung zumindest in seiner Grundfunktion an die QR-Codes. Man richtet sein Smartphone oder Tablet auf eine Abbildung und kann dadurch auf seinem Gerät auf verschiedene digitale Inhalte zugreifen. Im Gegensatz zum QR-Code basiert die Funktion nicht auf einem Code, sondern auf einer einfachen Druckware!

Das Konzept von Ricoh basiert auf folgender Idee: Es soll vermieden werden, das Design eines Printprodukts auf irgendeine Weise durch das Einfügen von Codes oder anderen Elementen zu beeinflussen bzw. zu verfremden. Deshalb können Sie einfach das Bild, das Sie gerade betrachten, anklicken und dadurch auf zusätzliche Inhalte zugreifen.

So präsentiert das Unternehmen Clickable Paper in einem Video.

Wie funktioniert Clickable Paper?

Die Funktionsweise von Clickable Paper setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

Der Urheber: Mittels eines Programms von Ricoh kann man beispielsweise in einer PDF-Datei angeben, welche Punkte oder Abbildungen man mit weiterführenden Inhalten verknüpfen will, wenn man sein Smartphone oder Tablet darauf richtet. Dabei kann es sich um die PDF-Vorlage eines zu druckenden (oder bereits gedruckten) Produkts handeln, wie ein Buch oder Poster. Jedem dieser verknüpften Punkte (die sogenannten Hotspots) kann man Links zuweisen.

Der Cloud-Server: Hier werden alle vom Urheber erstellten Daten hinterlegt, d. h. die Bilder, denen digitale Inhalte zugewiesen werden. Hier gehen zudem Signale ein, wenn ein bestimmtes Bild von einem Mobilgerät gescannt wird. Der Server verknüpft dann das erfasste Bild mit dem gewünschten digitalen Content!

Der Nutzer: Das ist jeder, der auf seinem Mobilgerät die kostenlos zum Download verfügbare App von Clickable Paper installiert hat. Indem Sie die App öffnen und auf ein Druckerzeugnis richten, das von seinem Urheber mit Clickable Paper bearbeitet wurde, können Sie auf die zugehörigen digitalen Inhalte zugreifen. Der Erkennungsmechanismus basiert auf einer Augmented-Reality-Technologie, die ebenfalls von dem japanischen Unternehmen entwickelt wurde: die Ricoh Visual Search (RVS) Technology.

Drei Ideen für den Einsatz der erweiterten Realität bei gedruckten Inhalten

Foto: Unsplash/Maliha Mannan

Clickable Paper lässt sich bei jeder Art von Druckerzeugnis verwenden: einem Buch, einem Flyer, einer Zeitschrift oder einer Tageszeitung, einem Brief, einem Poster, einem Unternehmenskatalog oder auf der Verpackung eines Produkts. Mit all diesen gedruckten Inhalten lassen sich digitale Inhalte verknüpfen. Hier sind drei Ideen, die uns zur Anwendung von Clickable Paper oder anderen Lösungen im Bereich der erweiterten Realität eingefallen sind:

  1. Mit einem bestimmten Bild in einem Unternehmenskatalog könnten Sie eine Fotogalerie verknüpfen. Auf diese Weise stehen dem Nutzer viel mehr Fotos zur Verfügung als die, die man aus Platzgründen in den gedruckten Katalog einfügen kann.
  2. Mit der Seite eines Buches könnte man eine Audiodatei verknüpfen, sodass der Nutzer entscheiden kann, ob er das jeweilige Kapitel lieber selbst liest oder ob er es sich, wie bei einem Hörbuch, vorlesen lässt.
  3. Mit einer Bedienungsanleitung könnte man einen Live-Chat verknüpfen, sodass der Nutzer, falls nötig, jederzeit beim Unternehmen Hilfe anfordern kann.

Kurz gesagt eröffnet die erweiterte Realität den Printprodukten eine neue Welt. Eine Welt, die Sie in den nächsten Jahren mit all Ihrer Kreativität erkunden dürfen.

Was es beim Clickable Paper Neues gibt

Zuletzt wollen wir zu dem eigentlichen Grund kommen, weshalb wir Ihnen von Clickable Paper berichten: Vor einigen Wochen kündigte Ricoh auf der EFI Connect, eine an die Anwender der Druckbranche gerichtete Messe in Las Vegas, einige Neuheiten und die Einführung einer neuen Version von Clickable Paper an. Und das gibt es Neues:

  • Gamification: Es wird in Zukunft möglich sein, die Augmented-Reality-Erfahrung durch Spiele zu bereichern, um den Nutzer stärker mit einzubeziehen. In einem Museum könnte man die Kinder zum Beispiel vor die Aufgabe stellen, eine Reihe von gedruckten Plakaten zu scannen, die sie in den verschiedenen Ausstellungsräumen finden müssen, und den Gewinner mit einem Preis zu belohnen. Man könnte aber auch einen gedruckten Inhalt mit einem Gewinn- oder Ratespiel verknüpfen, das dem Nutzer ebenfalls die Chance auf einen Preis in Aussicht stellt.
  • Cookies: Es wurden Cookies eingeführt, damit sich das System an die Nutzer erinnert. Dadurch kann man sich auch als Nutzer registrieren und Clickable Paper zum Beispiel innerhalb eines Unternehmens verwenden. Stellen Sie sich beispielsweise vor, dass die Mitarbeiter durch das Anklicken einer Bedienungsanleitung zu einem Videotutorial gelangen, das ihnen die Verwendung einer bestimmten Maschine oder auch eines einfachen Druckers erklärt.
  • Speichern der 100 zuletzt erfassten Bilder: Dank dieses neuen Features können Sie ab jetzt auch zu einem späteren Zeitpunkt auf die digitalen Inhalte zugreifen, wenn Sie das Druckerzeugnis nicht mehr zur Hand haben.

Wir werden diese und andere Lösungen der erweiterten Realität in der Welt des Drucks auch weiterhin im Auge behalten (und auf unserem Blog darüber berichten)!

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